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Die
Blutegel-Therapie
Seit alters her wird der Blutegel (Hirunduae medicinales) zur Linderung und
Heilung diverser Beschwerden benutzt. Der medizinische Blutegel wird speziell
für die Anwendung am Menschen gezüchtet. In der Natur lebt er nur in sehr reinen
Gewässern und lebt bis zu einem Jahr von den 10 ml Blut, die er uns
entzogen habt.
Diese sehr sensiblen Tiere vollbringen manchmal kleine Wunder. Die
Wirksamkeit der Blutegeltherapie basiert auf 2 Wirkungen:
- Pro Egel werden ca. 10ml Blut entzogen, in der
(erwünschten!) Nachblutung werden weitere 20 ml Blut abgegeben. Die Wirkung
entspricht der eines kleinen Aderlasses (übrigens ein altes Heilverfahren von
großem Wert).
- Ihr Speichel enthält Stoffe, die die Gerinnung ausschalten, die
Fliesseigenschaften des Blutes erhöhen, Entzündungen bekämpfen, Schmerzen
lindern, dadurch Schadstoffe ausleiten und das lymphatische System entlasten.
Dadurch hat der Blutegel Einfluss auf lokale Störungen wie auch auf das
Gesamtbefinden des Patienten.
Je nach Beschwerden und Ausprägung der Symptome sind 1-3 Sitzungen notwendig.
Der medizinische Blutegel ist ein Einwegtier ist, welches nach Gebrauch in einen
sog. Rentnerteich angesiedelt wird und dort den Rest seiner Tage fristet. Daher
ist eine Infektionsgefahr äusserst gering.
Aus den Eigenschaften des Blutegelsekrets
lassen sich dann auch die vielseitigen Anwendungsgebiete
erklären:
1. örtliche Entzündungen werden gebessert
2. die Durchblutung wird gefördert
3. Schmerzen werden gelindert (z.B. im Bewegungsapparat)
4. die Fliesseigenschaften des Blutes werden verbessert (z.B. bei
Arteriosklerose, Krampfadern, etc.)
Ablauf einer
Blutegel-Therapie
Die Vorbereitung zu Hause
Bitte 2 Tage vor der Behandlung keine Salben, Duschgels, Lotionen, etc auf
jene Hautpartien auftragen, auf die der Blutegel aufgesetzt werden sollen. Eine
Reinigung der Haut vor der Behandlung ist mit Wasser, Kernseife oder Alkohol
möglich. Der Alkohol, wie auch die Kernseife müssen vor dem Beginn der
Behandlung abgewaschen werden. Zur Behandlung muss die Haut des Patienten warm
sein. Deshalb warmes Wasser verwenden.
Wie viele Blutegel benötigt man für eine
Therapie
Die benötigte Blutegelanzahl wird bestimmt durch folgende Faktoren: Alter und
Gewicht des Patienten, und die Krankheitsart.Bei chronischen Erkrankungen setzt
man weniger Tiere an dafür wird die Therapie aber in kürzeren Zeitabständen
wiederholt. Bei akuten Krankheiten verwendet man mehr Blutegel und hat einen
längeren Zeitraum bis zur nächsten Behandlung. Für einen normalgewichtigen
Erwachsenen reichen erfahrungsgemäß 5 Egel aus.
Positionieren der Blutegel
Die Blutegel werden mit einem Schnapsglas aufgesetzt. Prinzipiell können
Blutegel am ganzen Körper angesetzt werden. Ausschließen sollte man lediglich
schlecht durchblutete Stellen, offene Wunden und besonders empfindliche
Hautstellen, wie Handflächen, Brustwarzen etc. Ebenfalls abzuraten sind große
oberflächliche Venen, da es hier zu einem verstärkten Nachbluten kommen würde.
Animation der Blutegel
Bei Situationen wie z.B. bei Gewitter, bei hoher Nervosität oder bei Rauchern
oder auch bei Patienten die bestimmte Medikamente wie z.B. Betablocker
einnehmen, kann es vorkommen, dass die Blutegel nicht beißen. Ein Stück Butter
zum „Appetit anregen", das auf die betreffende Stelle gerieben wird hilft
zumeist weiter.
Die Blutegeltherapie
Die Handhabung dieser kleinen Ärzte ist relativ einfach. Man setzt den
Blutegel auf die gewünschte Stelle auf und lässt ihn zubeissen. Er saugt sich
dann ca 10 ml Blut und lässt von alleine wieder los. Der Blutegel saugt ca. 30
bis zu 90 Minuten. Die Tiere werden in Ruhe gelassen und nicht beim Saugen
gestört. Am Ende des Saugens fällt der Blutegel von alleine ab.
Nachbehandlung
Da die Blutgerinnung an dieser Stelle ausser Betrieb
gesetzt wurde, blutet die Wunde noch ca. 6-18 Stunden nach. Der Patient bekommt
noch etwas Verbandstoff mit nach Hause damit er im Falle eines Durchblutens
gleich neu verbinden kann. Bewährt haben sich auch saugfähige Damenbinden, die
flach aufgebracht werden können und unauffällig getragen werden können. Das
Nachbluten sollte nicht unterbunden werden, den es erhöht die Wirksamkeit der
Therapie und die entstauende Wirkung. Außerdem wird dabei die Wunde von den
Keimen her gereinigt. Am Tage der Behandlung sollten Sie körperliche Anstrengung
vermeiden. Die Wunden sollten in den nächsten Tagen bis zu Verheilung
kontrolliert werden.
Wann darf eine Blutegeltherapie nicht angewendet
werden?
Bei Menschen die an einer der folgenden Krankheiten leiden, sollten andere
Therapien erfolgen:
- Blutgerinnungsstörung wie z.B. beim Bluter oder
Marcumar-Patienten
- eine starke Blutarmut (Anämie)
- Allergische Reaktionen auf Wirkstoffe des Blutegels
- Vorsicht ist geboten bei Schwangeren und stillenden Müttern und bei
Menschen mit einer schlechten Konstitution
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